New Bike Day – Ribble CGR SL Gravel Bike mit Shimano GRX Di2

Lasst uns ganz am Anfang der Geschichte beginnen. Vor langer Zeit, in einer Galaxie, weit, weit entfernt… Halt, stop! Nicht soweit am Anfang. Also… Unsere „alten“ Gravel Bikes begleiteten uns nun seit Mitte 2020 auf den verschiedensten Untergründen und einigen kurzen und ein paar längeren Touren.

Die Gründe für die Wahl unserer Fahrräder war „damals“, so wie bei vielen von euch bestimmt auch: die Verfügbarkeit. Genau genommen: die Verfügbarkeit in der richtigen Rahmengröße und im passenden Budget. Ein passendes Fahrrad zu bekommen war im Sommer 2020 nämlich wirklich eine Herausforderung (nicht, dass es aktuell nicht genauso schwierig wäre). Björn konnte sich sein Canyon Grail CF SL als Jobrad sichern, während ich verschiedenste Läden in Hamburg und Onlineshops nach dem passenden Rad für mich abklapperte. Am Ende wurde es dann ein Specialized Diverge Base Carbon, welches etwas über meinem Budget lag und eigentlich eine Rahmengröße größer hätte sein können. Bis auf ein paar wenige Kriterien, hatten wir bei den Fahrrädern wenig Vorstellungen davon, was wir wirklich brauchen. Wir wollten uns einfach draußen eine schöne Zeit zu zweit auf dem Rad machen.

Was wir damals noch nicht wussten? Was sich so in zwei Jahren an unsren Vorstellungen bezüglich des Radfahrens ändern sollte.

 

 

Bikepacking war in dem Jahr jedenfalls für uns überhaupt kein Thema und darum haben wir nicht darauf geachtet, ob dies mit den Fahrrädern überhaupt möglich wäre. Nach unserer ersten Bikepacking Erfahrung, bei der wir ohne Zelt, Schlafsack und Co, sondern nur mit Kleidung für ein paar Tage, unterwegs waren, war uns klar: für Touren, bei denen wir komplett unabhängig sein wollen, sind unsere Räder nicht optimal. Also, vor allem Björn’s nicht. Das Diverge passt da schon ganz gut, aber das ist ein anderes Thema.

Bei unserer Suche nach passenden Fahrrädern und/oder möglichen Fahrrad-Partnern sind wir schließlich auf Ribble Cycles aus England gestoßen, beziehungsweise aufmerksam gemacht worden. So kam eines zum anderen und wir konnten Ribble als Partner gewinnen. Darüber sind wir sehr glücklich.

Nach ein paar ungeduldigen Wochen des Wartens erreichten uns vor Kurzem endlich die neuen Bikes.

Da wir nie supersportliche Radfahrer sein werden und dies auch nicht vorhaben, haben wir uns die Räder nach unseren Bedürfnissen und Einsatzzweck zusammenstellen lassen. Zum Glück ist da bei Ribble die Auswahl riesig, sich sein Bike den eigenen Wünschen entsprechend aufbauen zu lassen. Der Bike Builder auf Ribbles Website macht es einem leicht und am Ende bekommst du kein Fahrrad von der Stange, so wie es sonst jeder hat.

Das Fahrrad unserer Wahl: Das Ribble CGR SL

Auf Grund der schwierigen Verfügbarkeiten ist das Ribble CGR (Cross. Gravel. Road) SL aktuell die beste Alternative für uns zum Ribble Gravel (Explore. Race. Escape.) SL, welches für uns das Traumbike zum Bikepacken wäre. Der Rahmen des Gravel SL bietet mehr mögliche Anschraubstellen als der des CGR.

Wir haben uns für 650B Reifen in einer 47 breite entschieden.  Die breiten Reifen eigenen sich für verschiedenste Untergründe und geben uns auch mit viel Gepäck ein sicheres Gefühl.

Natürlich sind die WTB Reifen Tubeless Ready und einer unserer nächsten Schritte wird es sein, dies auch zu nutzen. Im Rahmen des CGR SL ist noch viel Luft – das bedeutet das wir sogar breitere Reifen einsetzen könnten, wenn wir es denn wollten. Der Carbon-Rahmen des CGR SL hat eine sportliche Geometrie, daher ließen sich auch 28 Zoll Laufräder und schmalere Reifen einsetzen. Das macht dieses Fahrrad auf jeden Fall zu einem für uns perfekten „Allrounder“.

 

Ein stabiler Alu-LEVEL Lenker mit viel Platz für Taschen durch ein schönes Flare, eine Shimano GRX Di2 Schaltgruppe 1×11 fach und eine Shimano GRX hydraulische Scheibenbremse runden das ganze ab.

Besonders die elektronische Schaltgruppe hat uns schon bei der ersten Fahrt direkt überzeugt. Darauf möchten wir nicht mehr verzichten. Der Unterschied zu einer mechanischen Schaltung (vor allem zu Scram Apex 1) ist einfach riesig groß.

Rein optisch ist das Ribble CGR SL nebenbei auch sehr schön anzusehen. Kaum sind wir nach einer Tour wieder zu Hause können wir es kaum erwarten, mit den Ribble Bikes wieder loszufahren.

Das Rad und seine Komponenten machen viel Spaß. Als nächstes Testen wir die Bikes auf ihre Bikepacking Fähigkeiten. Wir vermuten, dass auch dieses Erlebnis richtig gut wird!

Technische Fakten

MATERIAL

Toray T1000/T800 Voll Carbon Monocoque

SCHALTGRUPPE

Shimano GRX Di2 RX815 1×11 fach

BREMSEN

Shimano GRX Hydraulisch Disc

 

LENKER & VORBAU

Level Gravel Leichtmetall 6061 31.8 Flared Lenker // Level 1 Leichtmetall Vorbau

LAUFRÄDER

Mavic ALLROAD SL DISC CL Road+ Laufradsatz

REIFEN

WTB Byway Road Plus TCS Reifen Tan 650 x 47c

 


Der frühe Vogel und sein Wurm oder Die Nordheide im Nebel

Buchholz in der Nordheide

Niedersachsen, Deutschland


DISTANZ


55,5 km

HÖHENMETER


300 m

Unbefestigt


20,7 km

SINGLETRAIL


4,4 km

Es war wieder einmal soweit – für unseren kleinen Radausflug durch das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide stellten wir unseren Wecker um 4:30 Uhr. Unser Plan: mit dem ersten Zug nach Buchholz und dann ab in die Heide. Die flache und weite Landschaft bietet sich für kleine Ausflüge aus dem Alltag nahezu an. In Niedersachsen ist dies der größte autofreie Bereich und somit der perfekte Ort, um mal wieder runter zu schalten. Viele Hotels und Ferienunterkünfte sind rund um die Heide für Fahrradfahrer ausgelegt, denn am besten lässt sich dieses schöne Stück Erde mit dem Fahrrad oder zu Fuß erkunden. Da wir nicht allzu weit entfernt wohnen, bietet sich ein Tagesausflug mit dem Zug oder komplett mit dem Fahrrad nahezu an.

Nachdem der Wecker klingelte, bedeutete es für uns also, ab in den Magen mit unseren morgendlichen Drinks und einem stärkenden Haferflocken-Frühstück, die ausgelegten Kleidungsstücke anziehen und los gehts.

Die Fahrräder hatten wir vorausschauend am Abend schon vorbereitet. Wir waren müde, denn abgesehen davon, dass es unglaublich früh war, wurde in dieser Nacht auch noch die Zeit umgestellt und die Katze war sehr unruhig. Kaffee gab es keinen, denn den wollten wir uns später unterwegs selbst kochen.

Vor der Haustür war es kalt und neblig. Angeblich 2 Grad, gefühlt weniger. Wir fuhren mit unseren Fahrrädern also schnell durch die verschlafene Stadt zum Bahnhof, um vor Ort festzustellen, dass unser Zug verspätet ist. Wir entschieden uns dann für eine Alternativ-Verbindung und kamen dann schließlich zum Sonnenaufgang in Buchholz an.

Der Buchholzer Stadtteich im Nebel
Der Buchholzer Stadtteich im Nebel
Durch den Sturm umgefallene Bäume versperren den Weg
Mitten auf dem Weg, ein Zaunkönig mit Wurm im Schnabel
Mitten auf dem Weg, eine Rotdrossel mit Wurm im Schnabel

Weiter unsere geplante Route entlang ging es zum Pferdekopf. Unter Pferdekopf verbirgt sich nicht der Kopf eines Pferdes, sondern eine kleine Erhebung im Büsenbachtal, auf der es einen schönen Überblick über das Gebiet gibt.

Wir waren zwar erst knapp 12 Kilometer gefahren, aber bei kühlen 5 Grad und der noch immer frühen Stunde passte es perfekt, auf dem Hügel eine Kaffeepause zu machen.

Außer einer Läuferin und bellenden Hunde (und nach den Hunden schreiende Menschen) in der Ferne war niemand weit und breit.

Die wärmende Jacke übergezogen, oder über die Beine gelegt probierte Jana das erste Mal, zitternd vor Kälte, unseren Gaskocher aus. Das Kaffee- und Milchpulver war bereits vermischt und das Wasser wärmte sich langsam auf. Durch den Wind dauerte es leider etwas. Doch dann gab es Kaffee und Kekse. Nur etwas zum Verrühren hätte dem klumpigen Kaffeepulver gutgetan. Das merken wir uns für das nächste Mal.

Weil wir nicht festfrieren wollten, ging es dann schnell weiter in das angrenzende Naturschutzgebiet Brunsberg. Immerhin wollten wir nicht nur Kaffee trinken, sondern auch ein wenig Fahrrad fahren. Um unsere Gliedmaßen wieder aufzuwärmen war das auch eine gute Idee.

Auf unserem Weg durch die Heide am Brunsberg und am Höllenberg vorbei, und runter zur Höllenschlucht, fuhren wir durch kleine Waldstücke und mussten mehreren (oder eher: sehr vielen) vom letzten großen Sturm umgeworfenen Bäumen ausweichen. Die größeren Wege wurden frei geräumt, das erzählte uns ein älteres Ehepaar, welches wir im Wald trafen. Andere, kleinere Wege hingegen glichen einem Baumfriedhof. Ein trauriger und ehrfürchtiger Anblick: die Naturgewalt und die Anzahl der umgefallenen Bäume.

Der frühe Vogel und sein Wurm: mitten auf dem Weg saß eine kleine Rotdrossel mit Wurm im Schnabel. Die Kleine saß hartnäckig auf dem Weg und nachdem Björn sehr eng an ihr vorbeifuhr, blieben wir stehen um den kleinen, scheinbar angstfreien Vogel anzuschauen (und natürlich zu fotografieren). Nachdem der Kleine zunächst in unsere Richtung hüpfte, um wie ein Model vor der Kamera zu posieren, hüpfte er schließlich doch an den Wegesrand.

Der Nebel hielt sich hartnäckig. In den Waldstücken war die Sicht besser, auf den offenen und Heideflächen hingegen war auch gegen 12 Uhr noch immer Nebel. Der Himmel war bedeckt und von der angekündigten Sonne nicht viel zu sehen.

Am "Hexentanzplatz" hängt diese Figur zwischen den Bäumen
Auf den Zug warten in Maschen...
... und dabei die gute Laune nicht verlieren

Schließlich, auf dem Weg durch das Seevetal, welches wir auf Radwegen und einer sehr ruhigen Straße durchquerten, ließ sich die Sonne blicken. Die Temperatur stieg schnell und so mussten wir eine kurze Pause machen, um unsere warme Kleidung auszuziehen. Trotz etwas Wind rollten wir auf traumhaften Radwegen mit einer für uns schon schnellen Geschwindigkeit zu unserem Ziel des Tages. Der Bahnhof Maschen.

Der Bahnhof in Maschen war klein und bunt. Bemalt in allen Farben und bei den Treppenstufen hingen viele bunte Bilder. Ansonsten gab es zwei Gleise und die Züge, die hier hielten, fuhren etwa stündlich. In zwei Richtungen. Der Fernverkehr fuhr jedoch laut lärmend und schnell vorbei. Wir mussten eine halbe Stunde auf unseren Zug warten, also setzen wir uns auf das Gleis und genossen die Sonne, die unsere durchgefrorenen Körper mittlerweile aufgewärmt hatte. Und dann kam kein Zug, sondern die Ansage, das dieser ausfiel. Wir hatten keine Lust, mit den Fahrrädern ganz bis nach Hause zu fahren, obwohl das durchaus möglich gewesen wäre. Deswegen warteten wir noch eine Stunde am Bahngleis auf unseren Zug. Die Wärme der Sonne und die wenigen anderen Wartenden machten die Zeit recht angenehm. Nur zu essen hatten wir leider nichts mehr.

Wir reflektierten unseren Tag. Viel zu lange hatten wir nicht mehr eine so schöne Tour gemacht. Trotz der Kälte am Morgen waren wir glückselig. Das hatten wir mal wieder gebraucht. Es war fast wie Urlaub.

ROUTE DETAILS


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Going Home - Unser erstes Bikepacking-Abenteuer

Wieso eigentlich “Going Home”, wenn wir doch zuhause in Hamburg losfahren?

Ganz einfach: Wie so viele Menschen auf der Welt, haben wir unsere sozialen Kontakte in den letzten 1,5 Jahren drastisch reduziert. Video-Calls mit Freunden wurden das neue Normal. Doch der persönliche Kontakt zu unseren Familien litt dadurch am Meisten. Waren sie doch nicht geübt im Umgang mit der Technik und den ganzen modernen Kommunikationsmöglichkeiten.

Da unsere Familien aber 100-300km von uns entfernt leben, und wir beide nicht Auto fahren, gab es nur die Möglichkeit mit dem Zug zu ihnen zu fahren. So lange wir und auch unsere Familien nicht vollständig geimpft waren, wollten wir aber kein Risiko eingehen und womöglich noch den Virus einschleppen.

Im Laufe der Zeit hat sich auch bei Björn eine gewisse Angst sich selbst anzustecken breit gemacht. Allein damit war sehr schwer umzugehen. In dieser Zeit hat uns aber eine Sache immer und immer wieder geholfen den Kopf frei zu kriegen und etwas Normalität zu geniessen: das Raus mit dem Fahrrad in die Natur.

Als wir dann endlich alle geimpft waren, war relativ schnell klar, dass wir unsere Familien besuchen wollten. Mit dem Fahrrad. Idealerweise lebten Familienmitglieder so verteilt, dass es gute Tagesetappen für uns waren. Es sollte also unsere erste Bikepacking-Reise werden. Eine Reise auf der wir auch Orte unserer jeweiligen Vergangenheit gemeinsam neu entdecken würden.

Dass die entschleunigte Reise mit dem Fahrrad gleichzeitig eine Art langsames zurück unter Menschen werden sollte, war uns vorher noch gar nicht so recht bewusst, zeigte sich aber schon mit der Entspannung, die sich nach den ersten Kilometern bei uns breit machte. Der Stress des Alltags war direkt aus den Köpfen verschwunden, wir dachten nicht über die Pandemie nach. Wir freuten uns nur auf das gemeinsame Abenteuer.

// TAG 1

HAMBURG - BREMEN

Es ist Tag 1 unseres GOING HOME Abenteuers. Geplant haben wir 140 km von Hamburg nach Bremen zu fahren, wo Janas Vater wohnt.

// TAG 2

BREMEN - OSNABRÜCK

Tagesordnung für heute: 136km von Bremen nach Osnabrück. Die Hälfte unserer Route und die Heimat von Janas Zwillingsschwester.

Tag 2 unserer Going Home Tour war lang. Länger als der erste Tag und hatte ein paar Höhenmeter mehr. Diese warteten kurz vor unserem Tagesziel und zögerten unsere Zeit im Sattel unnötig heraus. Aber beginnen wir am Anfang.

Nach etwa 90 km konnten wir am Dümmer-See die lang ersehnte Pommes-Pause einlegen. Der Imbiss begrüßte die „Biker“ (mit und ohne Motor).

Eine Portion Pommes und ein kaltes zuckerhaltiges Getränk waren genau das, was wir jetzt brauchten. Zur Stärkung und als Motivation.

Ein kurzes Stück fuhren wir am See entlang, was nach 1,5 Tagen fast ohne Menschen ein wenig überwältigend war. An einem sonnigen Sonntag zur Mittagszeit verbrachten viele Menschen ihre Zeit am See. Ein paar zu viele für uns.

Langsam merkten wir, dass unsere Hintern wund waren und das Sitzen im Sattel sehr unbequem wurde.

// TAG 3

OSNABRÜCK - WERNE

Die letzten 120km unserer Reise standen uns bevor, auf zu Björns Mutter.

„Piep, piep, piep.“ 4:43 Uhr, und der Wecker klingelte. Hallo, Tag drei.

Heute gab es frischen Kaffee aus der French Press, Janas Schwester war mit uns aufgestanden, und so frühstückten wir gemeinsam und saßen alle mit einer Tasse Kaffee am Tisch. Wir mußten jetzt eine Entscheidung treffen.

Würde Björns Knie die geplanten 120 Kilometer schaffen? Welche Alternativen hatten wir? Wir wollten in den nächsten Tagen noch ein bisschen in der Umgebung von Werne Rad fahren, was natürlich nicht geht, wenn das Knie völlig kaputt ist. Was war also unsere beste Option?

Nach einer Runde Yoga und einer Entscheidungsfindung trugen wir unsere Fahrräder voll bepackt die Treppe hinunter. Draußen war es bereits hell, da wir uns mehr Zeit gelassen hatten. Und es war kälter als die letzten Tage.

Nach etwa 3 Kilometern erreichten wir den Bahnhof von Osnabrück. Wir nahmen einen Zug nach Münster, so dass wir 80 km abkürzen und die restlichen Kilometer bis Werne mit dem Fahrrad fahren konnten. Wir hofften, dass Björns Knie auf diese Weise weniger belastet würde und wir trotzdem nicht ganz auf das Radfahren verzichten mussten.

Natürlich konnten unsere Räder im Zug nicht richtig gesichert werden, so dass Jana an jeder Haltestelle aufstehen und ihr Rad festhalten musste. Was waren wir froh, als wir in Münster ankamen und wieder auf unsere Räder steigen konnten.

Als wir bei Björns Mutter ankamen, wurden wir von ihrem Hund überschwänglich begrüßt. Wir haben nichts anderes erwartet, aber für mich ist das immer ein bisschen zu viel. Ich mag unsere ruhige Katze doch lieber.

Am Nachmittag war es Zeit für einen Einkaufsbummel im Stadtzentrum. Während der Fahrt hatten wir uns überlegt, unserem Körper etwas Gutes zu tun und beschlossen, das örtliche Natursolebad zu besuchen. Dafür hatten wir allerdings keine Kleidung dabei, also mussten wir sie spontan besorgen.

Nach drei Tagen auf dem Rad und insgesamt 320 Kilometern waren unsere Körper ein wenig wund, aber wir waren sehr froh, dieses Abenteuer fast wie geplant bewältigt zu haben.

Wir waren so glücklich und aufgeregt, dass wir in unseren Köpfen bereits Pläne für die nächste größere Bikepacking-Tour schmiedeten.

Eine Sache, die wir auf jeden Fall als Lehre mitnehmen werden, ist, kürzere Etappen in Betracht zu ziehen, vielleicht um die 80 Kilometer, um mehr Zeit zu haben, verschiedene Orte zu genießen und nicht den ganzen Tag nur im Sattel zu sitzen. In Verbindung mit dem Fotografieren ist das schon sehr zeitaufwendig.

Die wichtigste Frage ist jedoch: Wann werden wir das nächste Bikepacking-Abenteuer unternehmen?


Die Heideflächen der Nordheide

Hochmotiviert planten wir unsere Tour in Richtung Lüneburger Heide für den 2. April, und plötzlich standen 130 km vor uns. Viel loser Untergrund, aber auch etwas Asphalt lag vor uns. Wohl wissend, dass wir auf dieser Tour sicher Hunger haben werden und die einzigen offenen Läden (Supermärkte) wegen der Osterfeiertage völlig überfüllt sein würden, habe ich am Vortag kleine Pizzabrötchen zum Mitnehmen gebacken. Nichts ist schlimmer, als unterwegs Hunger zu haben. Ich mag einfach vorbereitet sein.

So begannen wir am Samstagmorgen nach dem Frühstück bei etwa 2° Celsius gegen 8:30 Uhr unseren Tag.

Wir fuhren durch die Hafencity – ziemlich entspannt an diesem Morgen, denn ein großer Teil der Straßen war abgesperrt und überall standen Sicherheitskräfte herum. Angeblich fand hier ein Filmdreh statt, von dem wir nichts gesehen haben, aber viele Leute haben die Chance genutzt, hier für YouTube oder für Tik Tok zu drehen – wer weiß.

Leider gibt es hier kaum Bilder vom Rest der Strecke. Wie Björn (immer wieder) erwähnte, tat ihm jedes einzelne Körperteil weh, und jeder kleine Hügel, den wir erklimmen mussten, zehrte an unserer Energie, und ich träumte schon von einem leckeren Essen auf der Couch zu Hause. Wir fuhren weiter, um schnell nach Hause zu kommen.

Spätestens zu diesem Zeitpunkt waren wir mehr am Meckern als am Genießen der Umgebung und der schönen Natur. Aber manchmal ist das eben so. Wir sind sehr ehrgeizig an die Strecke herangegangen, wohl wissend, dass wir schon lange nicht mehr so viele Kilometer am Stück gefahren sind. Wahrscheinlich haben wir auch die knapp 800 Höhenmeter direkt gespürt. Wir sind eben echte Flachlandmenschen.

Insgesamt hatten wir 7 ½ Stunden Fahrtzeit und waren etwas mehr als 10 Stunden auf der Straße.  Trotzdem war diese Strecke schön und auf jeden Fall lohnenswert. Wir werden sie auf jeden Fall wieder fahren.

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Von brennenden weissen Mooren und grünen Wäldern

Nach einer Fahrt in den Hamburger Westen am Samstag, fanden wir uns abends auf dem Sofa wieder, um darüber zu reden, wohin es am Sonntag gehen sollte. Wie so oft endete es mit „keine Ahnung, was denkst du?“ Also entschieden wir uns für eine Richtung, dieses Mal war es Norden.

Wir öffneten Komoot und fingen an, unsere Route zusammenzuklicken und zusammenzustellen. Aus einem Gespräch mit einem Freund wusste ich, dass er das Wittmoor und den Tangstedter Forst sehr mochte, und da noch keiner von uns dort gewesen war, sollte das auf jeden Fall Teil unserer Route werden. Wir fügten noch einige andere Orte hinzu und kamen so auf etwa 70 km.

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Zwischen Atomkraftwerken und baumbewachsenen Ruinen

Es ist Sonntag, 8 Uhr, wir wussten, dass wir heute mit dem Rad fahren wollten, hatten aber noch keinen Plan, wohin es gehen sollte. Ich hatte zwei Optionen im Kopf: Für die kommende Orbit360-Serie waren zwei Strecken im Raum Hamburg geplant. Da eine der Strecken einen Ort beinhaltete, den wir schon oft gefahren waren, die Holmer Sandberge, entschieden wir uns für die andere. Unsere Freunde Johanna & Timo hatten diese Strecke gescoutet und ich hatte interessante Fotos davon gesehen. Da wir aber nicht 190km fahren wollten, planten wir die Strecke um und bastelten uns eine knapp 100km Variante.

Nachdem wir gefrühstückt hatten, zumindest ich, da Jana heute Morgen nicht wirklich Lust hatte, viel zu essen, wollten wir uns fertig machen. Nun ja… Jana war es. Ich selbst musste mich erst einmal auf die Suche nach meinen Socken machen. Kennst du diese Situation? Man sucht in der Schublade nach dem Paar Socken, aber man kann sie einfach nicht finden. Man sucht immer weiter und plötzlich tauchen die Socken direkt vor den Augen auf? Wie blind kann man sein? Sei’s drum. Laden wir einfach die Route für das Wahoo herunter und los geht’s.

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Festive 500 / 2020 – Ein Erfahrungsbericht

// FESTIVE 500

TAG 1

0 von 500km
// FESTIVE 500

TAG 2

60 von 500km
// FESTIVE 500

TAG 3

135 von 500km
// FESTIVE 500

TAG 4

202 von 500km

Völlig erschöpft, müde, ich spüre Teile meines Körpers, die ich schon lange nicht mehr gespürt habe. Der heutige Ruhetag ist offensichtlich dringend nötig. Wie man sich nach einer Runde Radfahren so schlapp fühlen kann, ist mir ein Rätsel. Ein noch größeres Rätsel ist, was will mein Körper von mir? Und dieses … Knie …

Jana fühlt sich auch ein wenig müde und hat leichten Muskelkater, aber im Vergleich zu mir scheint sie in Topform zu sein.

// FESTIVE 500

TAG 5

202 von 500km
// FESTIVE 500

TAG 6

281 von 500km

Buddy, can we go out and ride tonight…?

Nein, leider nicht, Lefty. Mein Knie beschwert sich wieder und außerdem habe ich mir gestern einen Nerv eingeklemmt und mein Rücken tut weh.

Also: Sofa und gut is.

Jana fuhr solide 40 km auf Zwift neben dem Sofa. Als guter Ehemann habe ich sie mental und mit nachgefüllten Bidons unterstützt.

Ich will wieder raus und Rad fahren… Aber ich muss auf meinen Körper hören.

// FESTIVE 500

TAG 7

321 von 500km

Es ist Tag 7 der #festive500 Challenge und während ich diese Zeilen schreibe, liege ich auf dem Sofa und lege mein Bein hoch. An meinem Knie hat sich nichts geändert, also war’s das mit der Challenge für mich. Diese wunderbare Frau an meiner Seite ist aber noch am Start. Sie hat 387/500 km geschafft und hat gerade die Idee in den Raum geworfen, die restlichen Kilometer morgen auf Zwift in zwei Etappen zu fahren. Ich habe nichts als Bewunderung für sie übrig. Ja, drinnen ist es nicht kalt und windig, aber bei der Monotonie auf dem Rollentrainer würde ich nie mehr als 2 Stunden fahren.

Ich bin sehr gespannt, ob Jana das morgen schaffen wird. Ich glaube fest an sie, und wenn es nicht klappt, wird sie in diesen 8 Tagen so viele Kilometer gefahren sein wie nie zuvor.

// FESTIVE 500

TAG 8

387 von 500km

Frohes neues Jahr. Tag 8 der #festive500 und damit der letzte Tag. Björn konnte leider nicht weiterfahren, seine Herausforderung war nach 280km vorbei. Das lag an seinem schmerzhaften Knie. Aber man muss auf seinen Körper hören.

Das bedeutete: noch 120 km zu fahren.

Drinnen war meine bisher längste Fahrt 50 km lang gewesen. Obwohl man nicht den Elementen ausgesetzt ist, ist das Fahren im Freien ein bisschen aufregender und abwechslungsreicher.

Voll motiviert fuhr ich die ersten 61 km, aß ein Stück Kuchen und begann die zweite Fahrt.

Nach 4 1/2 Stunden Fahrt war ich fertig.

Schließlich hat mit 511 km zumindest einer von uns die Herausforderung gemeistert. Wir sind beide stolz auf uns – denn so viele Kilometer am Stück sind wir noch nie gefahren und ich habe erst diesen Sommer richtig mit dem Radfahren angefangen.

Mal sehen, ob wir es nächstes Jahr wieder versuchen werden, auf jeden Fall freuen wir uns auf ein 2021 mit viel Zeit auf dem Rad!


Hier kommt der Wind aus dem Westen

Nachdem wir letztes Jahr in der Vorsaison spontan mit dem Zug nach Sylt gefahren sind und dort einen unglaublich tollen Tag verbracht haben, der sich wie Urlaub angefühlt hat, wurden wir den Gedanken nicht mehr los, das Ganze noch einmal zu wiederholen.

Diesen Wunsch habe ich den ganzen Sommer über geäußert. Wegen der Pandemie gab es für uns keinen „richtigen“ Urlaub, abgesehen von ein paar Fahrten mit unseren Gravelbikes rund um Hamburg und einer Tour nach Lübeck.

Da ich als Kind viel Zeit und Urlaub am Meer verbracht habe, hatte ich ein wenig Fernweh nach dem Meer, genauer gesagt nach der norddeutschen Küste. Nach der frischen salzigen Luft und dem Gefühl, das sich in einem ausbreitet, wenn man am Meer ist.

Doch die insgesamt etwa 6 Stunden Zugfahrt erwiesen sich in diesem Jahr als größeres Hindernis: Wollen wir in dieser Zeit wirklich so lange in einem Zug sitzen? Wie können wir „am sichersten“ reisen?

ROUTEN DETAILS


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