Hey du!

Willkommen bei unserem Reisetagebuch, das uns daran erinnern wird, wie wir uns bei unserer Bikepacking-Reise im August 2022 von der dänisch-deutschen Grenze bis zum nördlichsten Punkt Dänemarks, dem Treffpunkt von Nordsee und Ostsee, durch die wunderschöne Landschaft Dänemarks begeben haben. Wir haben uns für diese Reise entschieden, da wir so die Möglichkeit hatten, die Landschaft auf eine aktive und umweltfreundliche Weise zu erkunden. Die Strecke betrug knapp 600 km und wir haben sie in 8 Tagen zurückgelegt, schließlich sollte es ein Urlaub werden und keine sportliche Herausforderung.

Wir hoffen, dass unsere Erlebnisse und Erfahrungen dich inspirieren werden, dich ebenfalls auf die Reise zu begeben und die Schönheit Dänemarks zu entdecken. Wir freuen uns, dass du uns auf unserem Abenteuer begleitest und hoffen, dass du genauso viel Freude an der Lektüre unseres Tagebuchs hast wie wir bei der Erstellung.

Also, schau dich um, mach es dir gemütlich und begleite uns auf unserer Reise durch Dänemark.

Liebe Grüße
Jana & Björn

Sonntag, 31. August 2022

Aufstehen – und zwar richtig früh, selbst für unsere Verhältnisse. Der erste Zug ging um 05:29 Uhr und genau diesen wollten wir erwischen, denn schließlich wollten wir möglichst viele Stunden des Tages nutzen. Die erste Herausforderung an diesem Tag kam schnell. Wir mussten unsere Fahrräder samt Gepäck aus der 4. Etage die Treppe hinunterbekommen, am besten ohne über die Stufen zu fallen. Nachdem wir das problemlos geschafft haben, hieß es „Auf zum Bahnhof“ und ein erstes Wachwerden in der kühlen Morgenluft.

Um 08:11 Uhr erreichten wir und unsere schwer bepackten Fahrräder dann endlich unseren Startpunkt der Tour auf dem Nordseeküstenradweg (Vestkystruten) und unserer ersten geplanten Etappe: Klanxbüll.

Zwar hatten wir in Komoot die Strecke in 8 etwa gleich große Etappen aufgeteilt, wollten aber etwas spontan entscheiden, ob wir mehr oder weniger der geplanten Strecke fahren wollten. Auch hatten wir keine festen Shelter- oder Campingplätze eingeplant, damit wir zumindest etwas flexibel sein konnten.

Für den ersten Tag waren etwa 80 km in Richtung Ribe, welches die älteste Stadt in Dänemark ist, geplant. Die Geschichte von Ribe reicht bis weit in die frühe Wikingerzeit zurück und daher war die Stadt im Mittelalter eine der wichtigsten Hafenstädte in Dänemark. Die Altstadt soll auch heute noch entsprechend mittelalterlich aussehen.

Die ersten Kilometer an diesem Tag fuhren wir über Wege, die wir zum Teil schon kannten. Im April waren wir für einen Wochenendtrip und einen Zelttest bereits nach Dänemark gefahren. Wir zelteten auf Rømø und fuhren auf dem dänischen Festland wieder zurück nach Deutschland.

Der bekannte Weg führte uns entlang eines Deiches und vorbei an einer Menge Schafe, die wir freundlich grüßten und es gab auch noch eine Menge Asphalt und Straße auf diesem ersten Stück Nordseeküstenradweg an Dänemarks Westküste.

Da unsere Beine noch frisch und fit waren, kamen wir schneller als erwartet vorwärts. Der Himmel war bedeckt von den Wolken und es wehte nur ein leichter Wind. Vereinzelt ließ sich die Sonne blicken und sporadisch, bekamen wir ein paar Regentropfen ab. Die leichte Brise und der bewölkte Himmel sorgten für eine angenehme Temperatur beim Radfahren. Ins Schwitzen kamen wir an diesem Tag jedenfalls nicht so schnell.

Nach nur wenigen Stunden erreichten wir die schöne Altstadt von Ribe. Es war grau und es tröpfelte aus dem Himmel. Wir hielten kurz an, um uns die Ribe Domkirke (Dom zu Ribe) anzuschauen. Bei dieser Kirche handelt es sich um die älteste Domkirche des Landes mit einem fünfschiffigen Kirchenbau.

Vom Hunger und Regen getrieben suchten wir in Ribe den nächsten Supermarkt und entschieden uns dafür, nach dem Einkauf noch ein Stück weiter zu fahren. Auf Instagram hatte uns Lucas Goes Bikepacking einen Shelterplatz empfohlen, der nur etwa 12 km von Ribe entfernt war. Mit einem Rucksack voll einer Menge essbarer Leckereien machten wir uns schon wieder auf den Weg raus aus Ribe und noch ein Stück auf dem Nordseeküstenradweg entlang. Praktischerweise lag der Shelterplatz direkt auf dem Weg, sodass wir am nächsten Tag ohne Umwege direkt weiter fahren konnten.

Der schöne kleine Naturlagerplatz mit Toilettenhäuschen lag in Hillerup am Kongeå-Siel, abgeschieden in der schönen und einzigartigen Marschlandschaft und war mit zwei Sheltern versehen und lag direkt am Wasser. An diesem Platz kann man auch sein Kanu an Land ziehen, was wir, während wir so im Shelter saßen, mehrmals beobachten konnten.

Als wir ihn erreichten, trafen wir direkt auf andere Radreisende, die gerade dabei waren, zusammen in einen Shelter zu ziehen. Glück für uns, denn es bedeutete, dass wir in dieser Nacht kein Zelt aufbauen mussten und direkt im Shelter schlafen konnten.

Während wir es uns im Shelter gemütlich machten, unsere Luftmatrazen für die Nacht vorbereiteten und den Inhalt unserer Taschen überall verteilten, kamen wir mit den Anderen ins Gespräch. Einer von beiden war aus Bayern und schon eine ganze Weile auf dem Rad unterwegs, der andere kam aus den Niederlanden (eigentlich kam er aus den USA). Björn hörte gar nicht mehr auf zu quatschen, während ich anfing, etwas zu essen vorzubereiten. Denn natürlich meldete sich der Hunger immer deutlicher.

In der Zwischenzeit erreichte auch eine fünf-köpfige Familie aus Belgien den Platz und musste feststellen, dass sie diese Nacht nicht im Shelter, sondern im Zelt verbringen musste. Während wir uns in der Holzhütte entspannten, kochte die Familie zusammen Spaghetti.

Langsam wurde es ruhig auf dem Platz und alle Radreisenden verschwanden zur Dämmerung in ihre Nachtlager. So auch wir. Das war sie also, die erste Nacht draußen in Dänemark. Die ersten Kilometer in den Beinen und so viele mehr, die noch kommen sollten.

Müde kuschelten wir uns in unsere Schlafsäcke und wenn die Mücken nicht gewesen wäre, hätte die Nacht kaum besser sein können.